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EveryBody Tells A Story. Zur Geschichte von Sport-, Körper- und Bewegungskulturen Jahrestagung der dvs-Sektion Sportgeschichte 11. und 12. Oktober 2018 Leibniz Universität Hannover

Die Auseinandersetzung mit somatischen und kulturellen Dimensionen historischer „Wirklichkeit“ und „Wahrheit“ gehört zu den innovativsten und zugleich am kontroversesten diskutierten der deutschsprachigen Sportgeschichtsschreibung. In Folge des `cultural turn´, der zunehmend berücksichtigten interdisziplinären Perspektiven der Kulturwissenschaften (cultural studies), und dem damit wachsenden Einfluss des kulturhistorischen Ansatzes sind auch in der Sportwissenschaft in den letzten Jahrzehnten verstärkt Arbeiten im Verständnis  einer Kulturgeschichte des Sports entstanden, die nach Sinnkonstruktionen und Wirklichkeitsdeutungen der Menschen in der Vergangenheit fragten.

Unter dem Titel EveryBody Tells A Story soll im Rahmen der Jahrestagung das Spektrum der behandelten Themen von der kritischen Reflexion der individual- und milieugeschichtlichen Methode der Oral History, über den eher theoriegeleiteten Ansatz der Körpergeschichte hin zu allgemeinen Längsschnittperspektiven von vergangenen und gegenwärtigen Bewegungskulturen auf globaler Ebene führen.

Besonderes Augenmerk soll auf die vielfältigen theoretischen Ansätze und Methoden für die Sportgeschichte gelegt werden. Die rezente Öffnung der Sportgeschichte hin zu einer Kulturgeschichte von Bewegung, Körper und Sport bringt eine verstärkte Diskussion um die Zukunftsperspektiven einer deutschsprachigen Sportgeschichtsschreibung im herkömmlichen Verständnis in Gang.

Diesen Konflikt produktiv zu wenden und sich den Herausforderungen einer zukünftigen Weiterentwicklung zu stellen, ist ein zentrales Ziel der Jahrestagung. Es soll diskutiert werden, welche theoretischen und paradigmatischen Perspektiven den Blick für das sporthistorische Arbeiten fördern oder versperren. Die bis in die Gegenwart wirkende sportpolitische Entwicklung in der Moderne aufgreifend, soll deshalb  die Geschichte von Sport-, Körper- und Bewegungskulturen im Zentrum eines sporthistorischen Diskurses stehen, um unterschiedliche Zugänge und Inhalte miteinander in Dialog zu bringen und die Sportgeschichte innovativ zu beleben und fortzuschreiben.

Mögliche Themenfelder, zu denen kulturgeschichtliche Beiträge zur Sport- und Körpergeschichte eingereicht werden können, sind z.B.:

  • Körper- und Zivilisationsgeschichte des Sports
  • Gouvernementalität und Macht
  • Gesundheits-, Fitness- und Wellnesskonzepte
  • Leistung, Technisierung und Doping
  • Inklusive Sportkonzepte
  • Modernisierung, Politisierung, Mediatisierung und Urbanisierung
  • Der Wandel von Werten und Normen
  • In- und Exklusionsprozesse im Sport: Nationalismus, Antisemitismus, Rassismus, Ableismus,  Sexismus oder Xenophobie
  • Migration und Integration
  • Zukunft der Sportgeschichte

Darüber hinausreichende Beiträge im Kontext der Geschichte von Sport-, Körper- und Bewegungskulturen, auch solche, die primär theoretische oder methodische Schwerpunkte setzen, sind willkommen, insbesondere auch von Qualifikant_innen. Geplant ist ein „Nachwuchsworkshop“, in dem in der Entstehung begriffenen Master- und Doktorarbeiten vorgestellt und mit Mentor_innen diskutiert werden können. Je nach Stand der Arbeit soll so Qualifikant_innen die Möglichkeit gegeben werden, Fragen und Probleme mit Expert_innen zu erörtern.